Dipl.-Ing. Thomas Fuhrmann
(Fakultät für Bauingenieur-, Geo- und Umweltwissenschaften
Geodätisches Institut)
Zum Potenzial von GNSS-Referenzstationen am Beispiel von PPP-Auswertungen des GNSS Upper Rhine Graben Network GURN

Globale Satellitennavigationssysteme (GNSS) werden heute von unterschiedlichen Nutzergruppen in vielfältigen Anwendungen eingesetzt. Neben klassischen geodätischen Anwendungen wie Positionierung und Navigation mit GNSS gewinnt die GNSS-basierte Analyse von originär störenden Einflussfaktoren immer mehr an Wichtigkeit. Im Rahmen dieser Arbeit wurde der Fokus auf die Interaktion von GNSS-Signalen und Erdatmosphäre gelegt. Da GNSS-Signale auf ihrem Weg von einem der aktuell 31 aktiven GPS-Satelliten zu einem GNSS-Empfänger auf der Erde die Atmosphäre durchlaufen, wird ihre Ausbreitungsgeschwindigkeit aufgrund der Anwesenheit von Masse in der Atmosphäre beeinflusst. Allein in Deutschland existieren aktuell ca. 300 GNSS-Referenzstationen, an denen permanent GNSS-Daten aufgezeichnet werden. Eine im Rahmen dieser Diplomarbeit entwickelte innovative und leicht auf andere GNSS (z. B. GLONASS, GALILEO) übertragbare GPS-Analysestrategie ermöglicht die Bestimmung des atmosphärischen Wasserdampfgehalts aus GNSS-Beobachtungen. Das Treibhausgas Wasserdampf stellt einen für Klimaforschung und Meteorologie grundlegenden Bestandteil der Erdatmosphäre dar. Der entwickelte Auswerteansatz verfügt insbesondere über ein großes Potenzial, da kostengünstig präzise Werte für den atmosphärischen Wasserdampfgehalt in hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung bestimmt werden können.

Interaktion GNSS – Wasserkreislauf