Dr.-Ing. Boris Lehmann
Empfehlungen zur naturnahen Gewässerentwicklung im urbanen Raum – unter Berücksichtigung der Hochwassersicherheit

Die Dissertation beschäftigt sich mit der naturnahen Gewässerentwicklung im urbanen Raum – dort, wo Hochwassergefahr und –schutz eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Fließgewässer bestimmen das Wirkungsfeld zwischen Mensch und Umwelt. Die von Herrn Dr.-Ing. Lehmann entwickelten Methoden gehen von beobachteten Naturphänomenen aus und basieren auf physikalisch begründbaren Ansätzen. Mit dieser Arbeit wird eine Lücke geschlossen, die seit den 1980er Jahren klafft: Die hydraulische Bemessung bzw. Berechnung naturnaher komplexer Fließgewässerstrukturen erfordert weiterentwickelte eindimensionale turbulenz-theoretisch geprägte Ansätze, bei denen man ohne Schätzungen empirischer Beiwerte auskommt.. Nur so kann eine einfache Simulation des Strömungsverhaltens bei sich eigendynamisch veränderbaren Fließgewässern mit vertretbaren zeitlichen und arbeitstechnischen Aufwand der Realität sehr nahe kommen. In traditioneller Weise bearbeitet Boris Lehmann diese Thematik, ohne dass dabei Hintergrundinformationen und kritische Anmerkungen vorenthalten werden. Aufbauend auf bisherige Kenntnisse wird eine neue Methodik vorgestellt, die quasi im Feldeinsatz am Gewässer die Auswirkungen von Bewuchs- und anderen Widerständen auf das Strömungsverhalten bzw. die Hochwassersicherheit erlaubt. Naturnahe Fließgewässer zeichnen sich u.a. durch komplexe dynamische Strukturen aus, deren hydraulisches Widerstandsverhalten erfasst und beurteilt wird. Ein Beispiel hierfür ist die Wechselwirkung zwischen Uferwuchs, Strömung und dem Sedimentsverhalten von Feststoffen im Uferbereich. Mit Hilfe von Untersuchungen am wasserbaulichen Modell an der Universität Karlsruhe gibt die Arbeit neue Empfehlungen für die Gewässerentwicklungsplanung sowie eine Methodik für die mittelfristige Gewässerunterhaltung. Für den naturnahen Wasserbau steht mit der Dissertation von Dr.-Ing. Boris Lehmann eine wichtige Methode zur Verfügung, die die Berechnung komplexer naturnaher Fließgewässer berechnen kann und damit die Anforderungen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes mit den Belangen der Ökologie zu verknüpfen.

Preisgeld: 4.000 € für Dr.-Ing. Boris Lehmann