Dipl.-Ing. Tobias Morck
Untersuchungen zur biologischen und weitergehenden Grauwasserbehandlung - vor dem Hintergrund der neuen Gesetzlichen Regelungen der Stadt Curitiba, Brasilien

Die Umsetzung alternativer, nachhaltiger Entsorgungskonzepte basiert auf der Teilstrombetrachtung und der separaten Behandlung einzelner Stoffströme, eine im Bereich der Industrie längst realisierte Konzeption. Auch im Siedlungsbereich werden Anstrengungen unternommen, die im häuslichen Bereich anfallenden Abfall- und Abwasserströme zu separieren, Kreisläufe zu schließen, sowie Nährstoffe in den Kreislauf zurückzuführen. Im Bereich der Flüssigemissionen sind neben Regenwasser und Schwarzwasser (Abwasser mit fäkalen Feststoffen) insbesondere Grauwässer, als Ablauf von Bade- und Duschwannen, Handwaschbecken und Waschmaschinen als nährstoffarme Fraktion zur erneuten Nutzung, etwa zur Toilettenspülung von großem Interesse. Was in Deutschland im Wesentlichen an Modellstandorten untersucht und realisiert wird, ist in Curitiba, der 1,5 Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt des Bundesstaates Paraná, Brasilien in Form des Gesetzes zur rationalen Wasserverwendung“ seit April 2004 Vorgabe. Obwohl die brasilianischen Süßwasserressourcen zu den größten der Welt gehören, leidet vor allem der Nord- und Südosten des Landes unter ernstem Wassermangel. Unter anderem beinhaltet das neue Gesetz die Wiederverwendung von Grauwasser. Diese Fragestellung wurde vor Ort am Institut LACTEC - Instituto de Tecnologia para o Desenvolviment, Curitiba-PR im Betrieb einer labormaßstäblichen Versuchsanlage untersucht. Die Reinigungseinheit der Versuchsanlage bestand aus einem Scheibentauchkörper und einer Langsamsandfiltration. Dabei konnte gezeigt werde, dass das nährstoffarme Grauwasser für eine biologische Reinigung mit Scheibentauchkörpern geeignet ist. Die postulierte hygienisierende Wirkung des Langsamsandfilters konnte nachgewiesen werden. Das aufbereitete Grauwasser genügte somit den Anforderungen für eine Wiederverwendung. Es galt als nicht mehr fäulnisfähig und hygienische Bedenken konnten ausgeschlossen werden. "Die Arbeit wurde durch ein Kurzstipendium des DAAD - Deutscher Akademischer Austauschdienst - ermöglicht."

Preisgeld: 1.500 € für Tobias Morck