Dr. Petra Huttenloch
Neue Sorptionsmedien für die Grundwassersanierung mit Reaktiven Wänden

Im Rahmen dieser Arbeit wurden neue Materialien für die Sanierung schadstoffbelasteter Grundwässer neu entwickelt und für den Einsatz in Reaktiven Wänden bewertet. Reaktive Wände sind durchlässige Bauwerke, die quer zum Grundwasserabstrom eines Schadstoffherdes in den Untergrund eingebaut werden. Das kontaminierte Grundwasser fließt infolge des natürlichen hydraulischen Gefälles, d. h. ohne zusätzliche Energiezufuhr, durch das Material der Wand, das die Schadstoffe bindet oder abbaut und so aus dem Grundwasser entfernt. Die Wahl eines geeigneten reaktiven Materials hängt von der Art der Schadstoffe ab. Zur Entfernung von Schwermetallen (Quecksilber, Kupfer und Zink) aus wässriger Lösung wurden Zeolithe und elementares Kupfer (in Form von Recycling-Spänen) getestet. Zur Behandlung organischer Schadstoffe (poly-aromatische Kohlenwasserstoffe) wurden oberflächenmodifizierte Materialien eingesetzt, welche durch die Entwicklung eines geeigneten chemischen Verfahrens ausgehend von natürlichen Materialien (Zeolithe und Diatomite) hergestellt werden. Alle in der vorliegenden Arbeit untersuchten Materialien stellen innovative Sorptionsmedien für den Einsatz in Reaktiven Wänden oder anderen Grundwasser- oder Abwasserreinigungsverfahren dar. Insbesondere das elementare Kupfer zeigt eine hohe Effizienz für quecksilberkontaminierte Wässer, wodurch eine völlig neue Methode für die Grundwassersanierung entwickelt werden konnte. Die chemische Modifizierung natürlicher Materialoberflächen bietet einen Ansatz für die Entfernung organischer aromatischer Schadstoffe aus belastetem Grundwasser.

Preisgeld: 5.000 € für Dr. Petra Huttenloch – Dissertation