Dr.-Ing. Steffen Klensch
Verhalten von Schwermetallen bei der thermischen Umwandlung von Sägespänen im Flugstrom


Die energetische Verwendung von Biomasse wird leichthin als "CO2-neutral" bezeichnet. Bei dieser Beurteilung werden nicht nur die energetischen Aufwendungen für Anbau, Ernte Transport und Verarbeitung vernachlässigt, sondern als weiterer Aspekt auch die notwendige Düngung der Anbauflächen. Im Angesicht dieses zweiten Aspekts hat Herr Klensch sich mit seiner Arbeit das Ziel gesetzt, die Hauptverfahren der energetischen Verwendung von Biomasse, die Verbrennung und die Vergasung, auf die Möglichkeit hin zu untersuchen, die bei ihnen anfallenden Rückstände wieder als Dünger auf die Anbaufläche zurückzuführen. Als Dünger steht das Element Kalium im Vordergrund, das möglichst in einer Rückstandsfraktion angereichert werden sollte. Nach aller Vorkenntnis sollte die Flugasche die prädestinierte Rückstandsfraktion für diesfen Zweck sein. Als Randbedingung war zu fordern, dass diese Fraktion dann aber arm an Schwermetallen sein sollte, weil deren Rückführung aus pflanzenphysiologischen Gründen unerwünscht ist. Herr Klensch ist es durch aufwändige Versuche in einer Technikumsanlage (Einsatzstrom an Biomasse ca. 6 kg/h) wie auch durch ausführliche thermodynamische Betrachtungen gelungen, Verfahrensführungen zu finden, mit denen beide Anforderungen, Anreicherung des Kaliums, Abreicherung der Schwermetalle in der Flugasche, einhaltbar sind. Das kennzeichnende dieser Verfahrensführung ist die Abfiltration der Flugasche bei hoher Temperatur, bei der die Schwermetalle noch nicht kondensieren. Die notwendige Filtrationstemperatur liegt an der Grenze der Einsetzbarkeit heutiger keramischer Filterelemente.

Preisgeld: 2.000 € für Dr.-Ing. Steffen Klensch – Dissertation