Dr. Stefan Norra
Umweltgeochemische Signale urbaner Systeme am Beispiel von Böden, Pflanzen und Stäuben in Karlsruhe


Diese Arbeit leistet einen grundlegenden Beitrag zur flächendeckenden Erfassung und Bewertung der Verteilung von Spurenelementen und Isotopenverhältnissen von Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel in urbanen Böden, Pflanzen und Stäuben in Abhängigkeit von der städtischen Nutzungsstruktur. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt nicht ausschließlich in der Detektion von Altlasten und Lokationen hoher Belastungen. Vielmehr zielen die Untersuchungen auf die Erhebung der diffusen, flächenhaften Veränderungen des natürlichen Elementinventars von Böden, Pflanzen und Stäuben ab. Diese Arbeit zeigt, dass technogene Materialien unterschiedliche Isotopensignaturen aufweisen und die natürliche Ausprägung der Isotopenverhältnisse in Böden, Pflanzen und Stäuben überlagern. Dieses kann zu nutzungstypischen Verteilungsmustern führen, wie z. B. durch Bauaktivitäten, Straßenverkehr oder gärtnerischen Einfluss. Die vielfältigen, sich gegenseitig überlagernden Prozesse der Elementflüsse in einer Stadt bewirken die Ausprägung einer vielschichtigen Verteilungsstruktur, die durch Anwendung multivariater statistischer und geostatistischer Methoden nachvollziehbar wird. Die Einflüsse urbaner Nutzungsstrukturen und großflächig relevanter Emissionsquellen werden gegenüber dem geogenen Hintergrund deutlich. Die Analyse der diffusen Veränderung des Elementinventars urbaner Böden, Pflanzen und Stäube ist ein wichtiger Beitrag zur Bewertung der Umweltqualität und zur nachhaltigen Entwicklung einer Stadt.

Preisgeld: 3.500 € für Dr. Stefan Norra – Dissertation